Archive for Februar, 2013

Aufruf an die deutschen Bischöfe zur Fastenzeit 2013

Aufklärung der durch Priester und Ordensleute begangenen Missbrauchsfälle und zukünftige Prävention

Die Priesterinitiative in der Diözese Augsburg bedauert sehr, dass der Vertrag der deutschen Bischöfe mit dem „Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen“ zerbrochen ist. Wir wollen und können die Hintergründe, die dazu geführt haben, nicht beurteilen. Aber wir wollen, dass an dem ursprünglichen Ziel uneingeschränkt festgehalten wird, durch Transparenz und Offenheit in der Behandlung von sexuellen Missbrauchsfällen in den einzelnen Diözesen das verloren gegangene Vertrauen der Menschen wieder zu gewinnen. Alle wussten, wie schwer das sein wird. Trotzdem war der Wille, den Opfern unter den Kindern und Jugendlichen und ihren Angehörigen gerecht zu werden, stärker als die lange übliche Praxis der Vertuschung.
Durch die Aufkündigung des Vertrages ist die Glaubwürdigkeit der Kirche und insbesondere auch von uns Priestern und Ordensleuten erneut beschädigt worden. Wir wollen nicht, dass wir von der Seite der Opfer auf die Seite der Täter geraten. Wie sollen wir in der Fastenzeit über Versöhnung mit Gott sprechen, wenn wir nicht die Voraussetzung zur Versöhnung mit denen schaffen, an denen wir als Kirche schuldig geworden sind?

Deshalb rufen wir als Priesterinitiative die deutschen Bischöfe auf: „Bitte, kehren Sie zu Ihrem Entschluss zurück, die sexuellen Vergehen und alle Gewalt von Priestern und Ordensleuten umfassend wissenschaftlich mit Hilfe von unabhängigen Experten aufzuklären. Geben Sie der Öffentlichkeit möglichst rasch bekannt, auf welchen Wegen Sie es tun wollen.“

Es geht um die Glaubwürdigkeit unserer Verkündigung

Michael Saurler
Klinikpfarrer

P. Peter Hinsen SAC
Wallfahrtspfarrer

Dr. Michael Mayr
Klinikpfarrer i. R.

Martin Steiner
Pfarrer

Fritz Kahnert
Pfarrer

Werner Appelt
Pfarrer i. R.

für den Sprecherkreis der Priesterinitiative Augsburg

Der Text wurde am 14.02. an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Zollitsch, an den Beauftragten für alle Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich, Bischof Ackermann und an Bischof Zdarsa geschickt.

 

Solidarität mit Schüller, Demel und Werlen

Solidarität mit Pfarrer Helmut Schüller, Professorin Sabine Demel und Abt Martin Werlen, Einsiedeln

Die Ausladung von Pfarrer Helmut Schüller und Professorin Sabine Demel von den Fastenpredigten in Nürnberg wirft ein erschreckendes Licht auf unsere Kirchensituation in Bayern. Wie sollen „Umkehr und Erneuerung“ der Kirche mit Denk- und Predigtverboten einhergehen?

Pfarrer Helmut Schüller ist selbst bei Gegnern des österreichischen „Priesteraufrufs zum Ungehorsam“ als Theologe und Pfarrerpersönlichkeit geachtet. Professorin Sabine Demel ist ordentliche Professorin für Kirchenrecht an der Universität Regensburg mit kirchlichem Lehrauftrag und legt mit Mut und Ausdauer das Kirchenrecht im Sinne des II. Vaticanums aus. Seit vielen Jahren wendet sie sich gegen die Dialogverweigerung in der Kirche.

Wir protestieren gegen die Ausladung durch die Bischöfe von Bamberg und Eichstätt und versichern Sabine Demel und Helmut Schüller unsere Sympathie und Solidarität. Ihre Anfragen nach Bürgerrechten für die Gläubigen in der Kirche und nach Frauen im Priesteramt sind auch unsere Fragen, die wir mit ihnen gerne weiterverfolgen.

„Wer systematisch dafür sorgt, dass Kritiker verstummen – nicht etwa weil die Probleme gelöst sind – zerstört Kirche, wie fromm sie sich auch aufzuführen sucht“, schreibt Abt Martin Werlen aus Einsiedeln in seiner Schrift „Miteinander die Glut unter der Asche entdecken“. Wir danken ihm für seine geistliche „Provokation“ zum Jahr des Glaubens aus tiefer benediktinischer Spiritualität.

Unsere besondere Zustimmung gilt dem Kapitel X seiner Schrift über Bischofsbestellungen: „Eigentlich müsste es für die Kirche im 21 Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Getauften und Gefirmten der betroffenen Diözese in diesen Ernennungsprozess in angemessener Weise miteinbezogen würden.“

Seit rund 40 Jahren bemühen sich Theologen und Staatskirchenrechtler um eine Reform der Bischofsernennung auf der Grundlage der Kirchenkonstitution des II. Vaticanums. Schließlich ist die breite Mitwirkung von Klerus und Gottesvolk die ursprüngliche Form der Ämterbestellung in unserer Kirche. Eine schrittweise Rückführung zu dieser Praxis ist möglich und dringlich. (Vgl. Gerhard Hartmann, „Wählt die Bischöfe“, Topos plus, Kevelaer 2010)

Michael Saurler
Klinikpfarrer

P. Peter Hinsen SAC
Wallfahrtspfarrer

Dr. Michael Mayr
Klinikpfarrer i. R.

Martin Steiner
Pfarrer

Fritz Kahnert
Pfarrer

Werner Appelt
Pfarrer i. R.

für den Sprecherkreis der Priesterinitiative Augsburg

Der Text wurde am 14.02. an die Bischöfe Schick (Bamberg) und Hanke (Eichstätt), sowie an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Zollitsch und an Bischof Zdarsa geschickt.

 

Priesterinitiative Augsburg trifft sich in Landsberg

Über 30 Mitglieder der Priesterinitiative Augsburg haben sich am 1. Februar in Landsberg getroffen. Neben Besinnung und brüderlichem Austausch stand die Beschäftigung mit der weiteren Ausrichtung unserer Initiative im Vordergrund.

  • Einige Mitbrüder (wir nennen sie unsere „Theologengruppe“) werden sich weiter mit unseren Grundlagen beschäftigen. Unser pastorales Handeln und unsere Haltung zu umstrittenen Fragen sind theologisch gut begründet. Dies soll knapp und prägnant erklärt und deutlich gemacht werden.
  • Immer noch ringen wir um das Gespräch mit unserem Bistum. Nach anfänglichen Kontakten sind wir hier noch nicht weitergekommen.
  • Für Frühjahr und Sommer planen wir mehrere Veranstaltungen und Aktionen.
  • Hierfür wollen wir uns mit anderen Gruppen vernetzen.
  • Mit den anderen Pfarrerinitiativen im deutschsprachigen Raum werden wir eng zusammenarbeiten.
  • Rechtzeitig zu unserem Treffen konnten wir das 60. Mitglied willkommen heißen.

Die vielen Unterstützer und Unterstützerinnen im Volk Gottes werden wir – so gut es geht – auf dem Laufenden halten.

Mit einem Klick auf „Weiterlesen“ können Sie noch einige Fotos des Treffens einblenden.

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