Aufruf an die deutschen Bischöfe zur Fastenzeit 2013

Aufklärung der durch Priester und Ordensleute begangenen Missbrauchsfälle und zukünftige Prävention

Die Priesterinitiative in der Diözese Augsburg bedauert sehr, dass der Vertrag der deutschen Bischöfe mit dem „Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen“ zerbrochen ist. Wir wollen und können die Hintergründe, die dazu geführt haben, nicht beurteilen. Aber wir wollen, dass an dem ursprünglichen Ziel uneingeschränkt festgehalten wird, durch Transparenz und Offenheit in der Behandlung von sexuellen Missbrauchsfällen in den einzelnen Diözesen das verloren gegangene Vertrauen der Menschen wieder zu gewinnen. Alle wussten, wie schwer das sein wird. Trotzdem war der Wille, den Opfern unter den Kindern und Jugendlichen und ihren Angehörigen gerecht zu werden, stärker als die lange übliche Praxis der Vertuschung.
Durch die Aufkündigung des Vertrages ist die Glaubwürdigkeit der Kirche und insbesondere auch von uns Priestern und Ordensleuten erneut beschädigt worden. Wir wollen nicht, dass wir von der Seite der Opfer auf die Seite der Täter geraten. Wie sollen wir in der Fastenzeit über Versöhnung mit Gott sprechen, wenn wir nicht die Voraussetzung zur Versöhnung mit denen schaffen, an denen wir als Kirche schuldig geworden sind?

Deshalb rufen wir als Priesterinitiative die deutschen Bischöfe auf: „Bitte, kehren Sie zu Ihrem Entschluss zurück, die sexuellen Vergehen und alle Gewalt von Priestern und Ordensleuten umfassend wissenschaftlich mit Hilfe von unabhängigen Experten aufzuklären. Geben Sie der Öffentlichkeit möglichst rasch bekannt, auf welchen Wegen Sie es tun wollen.“

Es geht um die Glaubwürdigkeit unserer Verkündigung

Michael Saurler
Klinikpfarrer

P. Peter Hinsen SAC
Wallfahrtspfarrer

Dr. Michael Mayr
Klinikpfarrer i. R.

Martin Steiner
Pfarrer

Fritz Kahnert
Pfarrer

Werner Appelt
Pfarrer i. R.

für den Sprecherkreis der Priesterinitiative Augsburg

Der Text wurde am 14.02. an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Zollitsch, an den Beauftragten für alle Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich, Bischof Ackermann und an Bischof Zdarsa geschickt.