Diskussion um Sexualmoral der Kirche

Solidarität mit Bischof Ackermann und Bischof Overbeck

Die Umfrage des Vatikans zur Vorbereitung der Bischofssynode, die sich mit Fragen der Ehe- und Familienpastoral befassen wird, hat überdeutlich werden lassen, dass ein Großteil der Katholiken in Fragen der Sexualmoral anders denkt und handelt als dies von Seiten der römischen Kirche eingefordert wird. So wünschen sich viele Christen einen anderen Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen und bewerten verantwortlich gelebte Homosexualität und voreheliche Beziehungen wesentlich differenzierter und positiver als dies in offiziellen Dokumenten geschieht. Gleichzeitig wird in den ausgewerteten Fragebögen deutlich, wie sehr die Ehe wertgeschätzt wird und dass alle Befragten der Treue und der Verlässlichkeit in der Ehe einen hohen Stellenwert einräumen.

In der nun beginnenden Diskussion haben vor allem Bischof Stephan Ackermann in Trier und Bischof Franz-Josef Overbeck in Essen Akzente gesetzt. Ackermann sagt, er wolle nicht das katholische Eheverständnis infrage stellen, fordert aber „wir müssen intensiver und ehrlicher die konkrete Wirklichkeit von vielen Paaren und Familien berücksichtigen“. Er setzt sich ein für einen Dialog zu diesen Themen und widerspricht Kardinal Müller, der die Debatte autoritativ beenden will.

Ähnlich wünscht Bischof Overbeck eine differenzierte Haltung der Kirche zur Lebenssituation homosexueller Paare.

Beide Bischöfe wurden in den letzten Tagen von anderen Bischöfen deutlich kritisiert. Andere Kritiker sprechen Bischof Ackermann und Bischof Overbeck den Glauben und die Kirchlichkeit ab. Die Priesterinitiative dankt den beiden Bischöfen für ihren Mut und spricht ihnen in einem Brief vom 15.02. ihre Solidarität aus.

Den Brief können Sie hier als PDF herunterladen