Solidarität mit Schüller, Demel und Werlen

Solidarität mit Pfarrer Helmut Schüller, Professorin Sabine Demel und Abt Martin Werlen, Einsiedeln

Die Ausladung von Pfarrer Helmut Schüller und Professorin Sabine Demel von den Fastenpredigten in Nürnberg wirft ein erschreckendes Licht auf unsere Kirchensituation in Bayern. Wie sollen „Umkehr und Erneuerung“ der Kirche mit Denk- und Predigtverboten einhergehen?

Pfarrer Helmut Schüller ist selbst bei Gegnern des österreichischen „Priesteraufrufs zum Ungehorsam“ als Theologe und Pfarrerpersönlichkeit geachtet. Professorin Sabine Demel ist ordentliche Professorin für Kirchenrecht an der Universität Regensburg mit kirchlichem Lehrauftrag und legt mit Mut und Ausdauer das Kirchenrecht im Sinne des II. Vaticanums aus. Seit vielen Jahren wendet sie sich gegen die Dialogverweigerung in der Kirche.

Wir protestieren gegen die Ausladung durch die Bischöfe von Bamberg und Eichstätt und versichern Sabine Demel und Helmut Schüller unsere Sympathie und Solidarität. Ihre Anfragen nach Bürgerrechten für die Gläubigen in der Kirche und nach Frauen im Priesteramt sind auch unsere Fragen, die wir mit ihnen gerne weiterverfolgen.

„Wer systematisch dafür sorgt, dass Kritiker verstummen – nicht etwa weil die Probleme gelöst sind – zerstört Kirche, wie fromm sie sich auch aufzuführen sucht“, schreibt Abt Martin Werlen aus Einsiedeln in seiner Schrift „Miteinander die Glut unter der Asche entdecken“. Wir danken ihm für seine geistliche „Provokation“ zum Jahr des Glaubens aus tiefer benediktinischer Spiritualität.

Unsere besondere Zustimmung gilt dem Kapitel X seiner Schrift über Bischofsbestellungen: „Eigentlich müsste es für die Kirche im 21 Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Getauften und Gefirmten der betroffenen Diözese in diesen Ernennungsprozess in angemessener Weise miteinbezogen würden.“

Seit rund 40 Jahren bemühen sich Theologen und Staatskirchenrechtler um eine Reform der Bischofsernennung auf der Grundlage der Kirchenkonstitution des II. Vaticanums. Schließlich ist die breite Mitwirkung von Klerus und Gottesvolk die ursprüngliche Form der Ämterbestellung in unserer Kirche. Eine schrittweise Rückführung zu dieser Praxis ist möglich und dringlich. (Vgl. Gerhard Hartmann, „Wählt die Bischöfe“, Topos plus, Kevelaer 2010)

Michael Saurler
Klinikpfarrer

P. Peter Hinsen SAC
Wallfahrtspfarrer

Dr. Michael Mayr
Klinikpfarrer i. R.

Martin Steiner
Pfarrer

Fritz Kahnert
Pfarrer

Werner Appelt
Pfarrer i. R.

für den Sprecherkreis der Priesterinitiative Augsburg

Der Text wurde am 14.02. an die Bischöfe Schick (Bamberg) und Hanke (Eichstätt), sowie an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Zollitsch und an Bischof Zdarsa geschickt.